Beim „public radio“ WNYC in New York gibt’s offenbar eine Show, die „Radio Lab“ heisst. Sie sagt von sich selber:

Radio Lab is an investigation. Each episode is a patchwork of people, sounds, stories and experiences centered around One Big Idea. On RadioLab, science bumps into culture… information sounds like music. Who is it for? Radio Lab is designed for listeners who demand skepticism but appreciate wonder, who are curious about the world but who also want to be moved and surprised.

Klingt spannend. Bei Gelegenheit mal reinhören! Der Gedanke gefällt mir:

science bumps into culture… information sounds like music

Nach ein paar Minuten der Show mit dem Titel „Space“ muss ich sagen: Yeah, you can do it!

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DIE ZEIT hat’s vom Einfluss des Internet als Verbreitungsvektor für „Fernsehen“ auf das Medium, die Individuen und die Gesellschaft im Ganzen.

Immer noch werden einige Sendungen ein Millionenpublikum begeistern, aber ihre Zahl wird abnehmen. Denn jeder, der will, kann sich ausufernd, wenn nicht sogar ausschließlich mit Stars und Fernsehwelten umgeben, die ihn bestätigen. Und viele werden diese Option wohl wahrnehmen. »Damit wird man seltener entdecken, was man nicht kennt«, erwartet Peter Winterhoff-Spurk, Professor für Medienpsychologie in Saarbrücken. »Und das führt zu einem Horizontverlust.«
War das Fernsehen in seinen Anfängen ein Tor zur Welt, lockt das Medium nun in die Nische. Bei der Unterhaltung genauso wie bei der Information. »Die Digitalisierung bringt mehr Freiheit für den Konsumenten. Aber gleichzeitig ist es ein Rückzug, mit dem ein Stück Demokratiekultur verloren geht«, sagt der Philosoph und frühere Kulturstaatssekretär Julian Nida-Rümelin. »Respekt und Fairness vor der Leistung des Andersdenkenden wird uns im deutschen Leitmedium immer seltener abverlangt werden.«

Und am Schluss ist mal wieder klar: Fernsehen macht doof!

Nur – nicht jeder Zuschauer wird die große Freiheit nutzen, um sich zu bilden. Die andere Seite des Extrems sind Unterhaltungsdauerschauer. Von einer »Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten« bei heranwachsenden Vielsehern spricht Manfred Spitzer, Professor für Psychiatrie der Universitätsklinik in Ulm. Zwei neue Langzeitstudien aus den USA und Neuseeland haben eine große Gruppe von Kindern und Jugendlichen über Jahre begleitet. Zu den »Vielsehern« gehörte dabei, wer mehr als drei Stunden täglich fernschaute. In Deutschland liegt der durchschnittliche Wert derzeit bei anderteinhalb Stunden, und insofern geht es fraglos um eine Minderheit. Aber diese Minderheit wächst, wenn insgesamt mehr TV konsumiert wird.
Die Studien zeigen auf frappierende Weise den Zusammenhang zwischen ausuferndem Fernsehen und dem später erreichten Bildungsniveau der Zuschauer. Sie weisen statistisch nach, dass »die Zahl der Hochschulabsolventen unter denen, die wenig fernschauen, viermal so hoch ist wie unter den Vielsehern«, sagt Spitzer. Der Fernseheffekt treffe alle Gruppen, doch den größten negativen Einfluss erreiche das Medium bei Kindern »mit mittlerem Intelligenzniveau«. Mit anderen Worten: Hoher Fernsehkonsum kann Dumme dumm halten – und mittelmäßig Begabte dumm machen.

Nur: Dass anforderungsloses Treibenlassen im Strom des traditionellen Broadcast-TVs (= couch potatoe) dieselben Folgen hat wie Rosinenpicken mittels on-demand IP-TV (= support your favorite Video-Podcast!), scheint mir nicht belegt und insofern eine anzweifelbare Behauptung. Und was, wenn es dereinst – analog zu last.fm – ein „last.tv“ gibt? Hoffentlich kommmt das. Den Tüftlern dort trau ich alles zu!

Da hatte einer offenbar kürzlich eine interessante Idee: Du hörst Deinen Sound von der Harddisk oder von Webradios mit iTunes und ein Applescript spielt Dir da hinein stündlich die BBC– oder NPR-News ein.

An der Konferenz LIFT06 heute in Genf hat Euan Semple (sein Blog) berichtet von seiner Arbeit bei der BBC. Er hat offenbar dort hinter den Kulissen einiges aufgewirbelt mit der Einführung von Foren, Blogs und Wikis als Elemente und Werkzeuge im Intranet. Eine während des Vortrags geschriebene Zusammenfassung seiner Ausführungen ist bei infamy zu finden. Auch Semple ist inspiriert / beeinflusst / getränkt vom Geist des Cluetrain Manifesto (95 optimistische Thesen über das Netz, die Wirtschaft, den Menschen und die Welt).

I find it increasingly paradoxical that the „grown up“ world of suits and offices and job titles is the one that encourages you to remain childish. You are not really encouraged to say what you think, you pass responsibility up to the grown ups above you and you are rarely able to be held accountable for your decisions. On the other hand in the supposedly childish online world of forums, blogs and wikis you have to be prepared to say what you think, be prepared to stand by it and jusfity it in a debate and if you have fucked up your written thinking is there for all to see forever. I wonder when the grown ups will get this?

Euan Semple in seinem Weblog

Anina knows it all…

Januar 26, 2006

NerdTV ist eine Show im us-amerikanischen Aequivalent von SF. Moderator Cringley interviewt dort regelmässig PionierInnen und AvantgardistInnen rund um das Thema Internet. Am 9.11.05 hatte er Anina als Gast. Sie ist Model und Hackerin und Bloggerin und Weltenbummlerin gleichzeitig. Im Interview erzählt sie einige spannende Dinge über Gegenwart und Zukunft des mobilen Internet. Die Stunde, die’s braucht für die Show, ist gut investiert.