Das Bakom hat heute die Schalter geöffnet für die Gesuche um eine der drei sprachregionalen DAB-Konzessionen. Bis Ende Oktober kann seinen Antrag einreichen, wer glaubt, zündende, neue und finanzierbare Radioideen zu haben. Mögen die originellsten Konzepte zum Zuge kommen. Und nicht Muzakformate, bei denen Dir das Gesicht einschläft, wie die da:

„Light-Programm mit viel Musik“ für das 2. DAB-Ensemble
(dab-digitalradio) (…) So lässt Christoph Romer von Radio Zürisee gegenüber http://www.dab-digitalradio.ch verlauten, er hätte eine ganze Reihe von Ideen für DAB-Programme entwickelt. Als erstes würde man aber wohl auf ein „Light-Programm mit viel Musik“ setzen, das man zu einem späteren Zeitpunkt redaktionell ausbauen könne. Es handle sich hierbei um ein eigenständiges und exklusives DAB-Programm, das sich im Interesse der Finanzierbarkeit an das jetzige Programm von Radio Zürisee anlehnen würde. (…)

Bitte verschont uns auch von „Old AC“ Formaten (alles zwischen Tina Turner und Sting), welche die Radio24- und Basilisk-Eignerin Tamedia im Sinne hat, wie aus gewöhnlich gut informierten Kreisen verlautete.
Wir haben’s hier mit einer kleinen historischen Chance zu tun! Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen: 3 sprachregionale, neue Radiokanäle! Wär doch wirklich zum Heulen, wenn da drauf nur wieder more of the same old crap zu hören wär!

Advertisements

Aus der Kommunikation mit einem Anbieter von iPod-Zubehör hat sich ergeben, dass wir um eine kurze Markteinschätzung gebeten wurden. Die möchten wir dem Publikum nicht vorenthalten…

I see definitely a market now in Great Britain; there might be one in Germany, but I don’t really see it in the next 12 to 18 months in Switzerland. DAB-status in other countries worldwide see worlddab (watch China!).

the extended version: A few numbers concerning DAB: In Switzerland there are some 20000 – 40000 DAB-receivers sold this far, portable or fixed. That’s very few. It might change in the coming months and years, as the DAB market is only just starting to be developed on the production side in this country. Up to now I can receive some 11 stations in Switzerland of which only 4 are NOT on FM too. So no big incentive for buying a new receiver yet. But for the next round of chanels to be given out sometime next year the swiss government defined that the new offerings must be unique, meaning not available on FM. We’ll see with what great innovative, new ideas the stations will come up. I’m in a group that wants to seize the opportunity.

similar situation in Germany: the market is of course bigger than Switzerland, so you have a few hundredthousand receivers out there, but still a small number compared to FM-receivers.

Great Britain is a whole other story. It’s the positive „shining example“ with 85% of the territory covered… the latest numbers I could find are these from the Digital Radio Development Bureau, found here:

„13.6% of the UK adult population has a DAB digital radio at home, that’s 6.7 million people, and 23% of DAB owners are aged 15 – 24. Says DRDB chief executive, Ian Dickens: “The youth market is the fastest growing sector buying DAB digital radios, so it’s important to tell them about programme content designed for them. Radio has to be relevant and cutting edge to compete with other new technologies, like iPods.“

In the UK there is a wide variety of DAB-stations („There are more than 170 different radio brands broadcasting digitally in the UK and Northern Ireland.“, drdb), there is a solid foundation of already sold DAB-receivers (meaning you get only few strange looks if you ask people „do you know DAB?“) and the iPod is likely to be very popular there as well. So I guess the elements for something like an iDAB (cousin of iFM) – or a DABshark – are in place, if it’s technically feasable. Of course it would be nice, if the receivers had FM-capabilities as well.

my personal conclusion: In Europe the UK is ripe for an iDAB, maybe Germany too. And I would keep an eye on China (but that’s a „no-brainer“…).

Others in the field of add-ons are listed here.

Yeah!

Juli 7, 2006

Das waren fünf intensive, arbeitsreiche und äusserst ergiebige Tage. Rechnen Sie damit: Sie werden von uns hören!

Grellingen rules!

Juli 3, 2006

Diese Woche sind wir im heimlichen radiolab-headquarter in Grellingen. Und arbeiten Tag und Nacht an grossartigen Konzepten. Mehr demnächst hier und anderswo.

Vor kurzem eine Präsentation von yourStream aus dem Hause guerillaradio gesehen: I’m impressed! Kurz gesagt: Ein clever designtes Webinterface (Stichwort: AJAX) zu einer Multiuser-Jukebox / einem Repertoire an Songs / Audios, mit dem die Benutzer sich ihre eigene Playlist zusammenstellen können, deren Items dann, ab einem ebenfalls definierbaren Zeitpunkt, als icecast-Stream zur Verfügung stehen, auf den dann friends and family zugreifen sollen… Prinzip: „Hey, morgen ab 22 Uhr findest Du unter dieser Adresse meine coole Radioshow!“ Jede ihre eigene Programmdirektorin! Erinnert mich sehr entfernt an jahrealte eigene Efforts in eine ähnliche Richtung. Nur dass hinter yourStream etwas mehr know-how in Sachen Coding und Interface-Design steckt. Respekt! Mit yourStream liessen sich ziemlich wilde Dinge realisieren, wenn man’s sich genau überlegt.

Beim „public radio“ WNYC in New York gibt’s offenbar eine Show, die „Radio Lab“ heisst. Sie sagt von sich selber:

Radio Lab is an investigation. Each episode is a patchwork of people, sounds, stories and experiences centered around One Big Idea. On RadioLab, science bumps into culture… information sounds like music. Who is it for? Radio Lab is designed for listeners who demand skepticism but appreciate wonder, who are curious about the world but who also want to be moved and surprised.

Klingt spannend. Bei Gelegenheit mal reinhören! Der Gedanke gefällt mir:

science bumps into culture… information sounds like music

Nach ein paar Minuten der Show mit dem Titel „Space“ muss ich sagen: Yeah, you can do it!

Musste im Script einen Fehler korrigieren, damit URLs der News von Deutschlandradio zwischen 0 und 9 Uhr morgens (04, nicht 4!) und von xx:30 bis xx:59 stimmen. Ich sag’s ja: Alpha-Release!

Die Online-Abteilung des Bayrischen Rundfunks tüftelt offenbar auch mit Applescript rum. Rausgekommen ist dabei etwas namens „Podcastmixer„:

Der Podcast Mixer stellt aus den Wiedergabelisten von iTunes und den vorhandenen Podcasts eine eigene Wiedergabeliste nach einstellbaren Regeln zusammen. Sie können sich so zum Beispiel ein Musik-Album und zwischen den einzelnen Stücken einen Beitrag aus einem Podcast anhören.

Natürlich lassen sich auch reine Musik-Wiedergabelisten mischen. Oder nur verschiedene Podcasts. Sie bestimmen, wie häufig hintereinander ein Titel aus einer Wiedergabeliste/einem Podcast gespielt werden soll und nach welchen Kriterien die Reihenfolge bestimmt werden soll. Der Rest geht automatisch. Sie bekommen dann ein abwechslungsreiches Programm aus ihrer Lieblingsmusik und den interessantesten Infos – für zu Hause oder mit dem iPod für unterwegs.

Und so sieht dessen GUI aus:
GUI Podcastmixer

Unser Applescript, das – via iCal – zu frei wählbaren Zeiten in den Musicstream, den Du grad hörst, Wortelemente einblendet, hab ich grad um eine Option ergänzt: aktuelle Nachrichten! Der Kalender muss jetzt „latest.news“ heissen und als zusätzlichen Eventnamen (neben den bisherigen) gibt’s „dradionews“. Heisst ein Event so, wird zu seiner „Alarmzeit“ das aktuellste verfügbare Bulletin der stündlichen News von Deutschlandradio gestartet. Und jetzt kann das Skript auch einblenden: Nach dem Wortelement fadet es den Stream, den Du davor gehört hast, sanft wieder ein. Und sollte das Quellfile des Wortelements nicht existieren, geht’s einfach mit dem Stream weiter („try… end try“ is your friend).

DIE ZEIT hat’s vom Einfluss des Internet als Verbreitungsvektor für „Fernsehen“ auf das Medium, die Individuen und die Gesellschaft im Ganzen.

Immer noch werden einige Sendungen ein Millionenpublikum begeistern, aber ihre Zahl wird abnehmen. Denn jeder, der will, kann sich ausufernd, wenn nicht sogar ausschließlich mit Stars und Fernsehwelten umgeben, die ihn bestätigen. Und viele werden diese Option wohl wahrnehmen. »Damit wird man seltener entdecken, was man nicht kennt«, erwartet Peter Winterhoff-Spurk, Professor für Medienpsychologie in Saarbrücken. »Und das führt zu einem Horizontverlust.«
War das Fernsehen in seinen Anfängen ein Tor zur Welt, lockt das Medium nun in die Nische. Bei der Unterhaltung genauso wie bei der Information. »Die Digitalisierung bringt mehr Freiheit für den Konsumenten. Aber gleichzeitig ist es ein Rückzug, mit dem ein Stück Demokratiekultur verloren geht«, sagt der Philosoph und frühere Kulturstaatssekretär Julian Nida-Rümelin. »Respekt und Fairness vor der Leistung des Andersdenkenden wird uns im deutschen Leitmedium immer seltener abverlangt werden.«

Und am Schluss ist mal wieder klar: Fernsehen macht doof!

Nur – nicht jeder Zuschauer wird die große Freiheit nutzen, um sich zu bilden. Die andere Seite des Extrems sind Unterhaltungsdauerschauer. Von einer »Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten« bei heranwachsenden Vielsehern spricht Manfred Spitzer, Professor für Psychiatrie der Universitätsklinik in Ulm. Zwei neue Langzeitstudien aus den USA und Neuseeland haben eine große Gruppe von Kindern und Jugendlichen über Jahre begleitet. Zu den »Vielsehern« gehörte dabei, wer mehr als drei Stunden täglich fernschaute. In Deutschland liegt der durchschnittliche Wert derzeit bei anderteinhalb Stunden, und insofern geht es fraglos um eine Minderheit. Aber diese Minderheit wächst, wenn insgesamt mehr TV konsumiert wird.
Die Studien zeigen auf frappierende Weise den Zusammenhang zwischen ausuferndem Fernsehen und dem später erreichten Bildungsniveau der Zuschauer. Sie weisen statistisch nach, dass »die Zahl der Hochschulabsolventen unter denen, die wenig fernschauen, viermal so hoch ist wie unter den Vielsehern«, sagt Spitzer. Der Fernseheffekt treffe alle Gruppen, doch den größten negativen Einfluss erreiche das Medium bei Kindern »mit mittlerem Intelligenzniveau«. Mit anderen Worten: Hoher Fernsehkonsum kann Dumme dumm halten – und mittelmäßig Begabte dumm machen.

Nur: Dass anforderungsloses Treibenlassen im Strom des traditionellen Broadcast-TVs (= couch potatoe) dieselben Folgen hat wie Rosinenpicken mittels on-demand IP-TV (= support your favorite Video-Podcast!), scheint mir nicht belegt und insofern eine anzweifelbare Behauptung. Und was, wenn es dereinst – analog zu last.fm – ein „last.tv“ gibt? Hoffentlich kommmt das. Den Tüftlern dort trau ich alles zu!